aphorism

  • … Allergnädigster König und Herr!

    Die Empfindung der eigenen Unwürdigkeit und der Glanz des Thrones können meine Blödigkeit nicht so kleinmüthig machen, als die Gnade, die der allerhuldreichste Monarch über all seine Unterthanen mit gleicher Grossmuth verbreitet, mir Hoffnung einflösst: dass die Kühnheit, der ich mich unterwinde, nicht mit ungnädigen Augen werde angesehen werden. Ich lege hiemit in allerunterthänigster Ehrfurcht eine der geringsten Proben desjenigen Eifers zu  den Füssen Ew. Königl. Majestät, womit Höchst Dero Akademien durch die Aufmunterung und den Schutz ihres erleuchteten Souverains zur Nacheiferung anderer Nationen in den Wissenschaften angetrieben werden. Wie beglückt würde ich sein, wenn es gegenwärtigem Versuche gelingen möchte, den Bemühungen, womit der niedrigste und ehrfurchtsvollste Unterthan unausgesetzt bestrebt ist, sich dem Nutzen seines Vaterlandes einigermassen brauchbar zu machen, das allerhöchste Wohlgefallen seines Monrachen zu erwerben. Ich ersterbe in tiefster Devotion.

    Ew. Königl. Majestät

    allerunterthänigster Knecht,

    der Verfasser

    Königsberg

    den 14. März 1755


    Immanuel Kant: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie Des Himmels.

  • Der, den ich liebe
    Hat mir gesagt
    Daß er mich braucht.

    Darum
    Gebe ich auf mich acht
    Sehe auf meinen Weg und
    Fürchte mich vor jedem Regentropfen
    Daß er mich ihm erschlagen könnte.

    Bertolt Brecht

  • manche meinen
    lechts und rinks
    kann man nicht velwechsern
    werch ein llltum

    Ernst Jandl, 1966

  • Was wäre der Mensch ohne Internet? Ein armes Luder. Was aber ist er mit Internet? Ein armes Luder!

    frei nach Tucholsky – s/Telefon/

    • Katastrophen kennt allein der Mensch, sofern er sie überlebt; die Natur kennt keine Katastrophen.
    • der Mensch erscheint im Holozän

    Max Frisch

  • Das Paradoxon

    Um einfachere Systeme zu bekommen fügen wir immer neue Stufen der Komplexität hinzu.

    Beispiel für eine Webanwendung 1993

    Beispiel für eine Webanwendung heute

     

  • …..8.43 – 5.06.2020

    Martin Zander im Gespräch

    Martin Zander hat mit uns über die politischen Eckpunkte seiner Agenda gesprochen. Worum geht es? Zander ist Gegenwartsmensch. Direkt zu Anfang unseres Gesprächs macht er dies unmißverständlich klar. Eine Haltung, die ihm in der Vergangenheit oft Kritik eingebracht hat. Von einer Aufkündigung des Generationenvertrags ist die Rede. Andere warnen vor einer neuen Schlußstrichdebatte. Zander, der sich selbst gern als versponnener Intellektueller präsentiert und keine Kontroverse scheut, steht wissenschaftlichen Prognosen skeptisch gegenüber. Stattdessen schwebt ihm die Einführung einer neuen gesellschaftlichen Leitidee vor, die in seinen Ausführungen bisweilen Züge einer Staatsreligion annimmt. Erstaunlich konkret wird es, wenn Zander über eine Renaturierung ganzer Regionen spricht. In seinen Ausführungen scheinen auch Methoden des Terraforming nicht ausgeschlossen. Ob er hierfür auch seine Anhänger aus der Ökoszene begeistern kann bleibt abzuwarten.

    Hören Sie nun das Interview in voller Länge. Es sprich Joe Steiner mit Martin Zander.

    JS: Hallo Herr Zander, sie gelten als hoffnungsvoller Newcomer in der deutschen Politik. Können Sich sich kurz vorstellen?

    MZ: Mein Name ist Martin. Martin Zander – wie die Forelle. Meine Freunde nennen mich Mazda.

    JS: Gut, jetzt wissen wir wie Sie heißen. Können Sie unseren Hörer*Innen erklären wer Sie sind? Wer ist Martin Zander?

    MZ: Das ist eine verdammt gute Frage. Ausgehend von der ersten Gewißheit, dem ‚cogito‘ bin ich noch nicht viel weiter gekommen. Ich denke, dass es mir an kognitiver …. oder anders… Um hier zu einem letztgültigen Schluß zu gelangen….

    JS: …ja, ja. Aber Sie sind doch im Augenblick in den Medien recht präsent. Mich würde interessieren, wie es dazu kam? Viele bezeichnen Sie schon jetzt als Kanzler der Herzen. Als Stimme einer neuen Generation. Was hat es damit auf sich?

    MZ: Achso das. Ja also, ich habe mich eigentlich immer für Kunst interessiert. Das ziellose Verweilen, die Ästhetisierung des Augenblicks – im Grunde ist ja die Gegenwart umgeben von nichts. Die Gegenwart wiederum ist nur von kurzer Dauer. Nicht länger als ein Gedicht. Das ist sehr entscheidend.

    JS: Schön, dann lassen Sie uns über die Zukunft reden. Als Politiker sind Sie auf die Prognosen von Experten angewiesen. Haben Experten zu viel Einfluß auf die Politik? Und was halten Sie von der Wissenschaftsskepsis, die sich besonders in den sozialen Medien in Form von teils kruden Kommentaren manifestiert?

    MZ: In Deiner Frage stecken viele Vorannahmen, die vermutlich falsch sind. Ich weiß jetzt nicht wo anfangen… Zunächst zu Prognosen. Es gibt doch im Prinzip zwei Methoden Prognosen aufzustellen. 1. Mathematik 2. Religion. Eine mathematische Prognose basiert auf Modellen, die für gewiße Teilausschnitte der Realität Vorausberechnungen liefern sollen. Dies funktioniert gut für z.B. Planetenbahnen. Mit Religion meine ich kollektive Erzählungen, die es ermöglichen, z.B. gesellschaftliche Entwicklungen anzutreiben…

    JS: Die Rolle die Sie der Religion zuweisen scheint mir doch recht neuartig zu sein. Können Sie dies etwas erläutern?

    MZ: Es ist wie beim Malen. Du hast eine Idee und versuchst diese Idee dann umzusetzen. Du machst Versuche, Studien und erlernst neue Techniken. Der Vorgang verändert auch dich als Person. Das ist ganz natürlich. Das Ergebnis ist etwas neues. Nicht nur die antreibende Idee ist wichtig, sondern auch die Mittel, die wir zu ihrere Erreichung einsetzen. Die Technologien, die wir entwickeln….

    JS: Letzte Frage, sie haben 30 Sekunden Zeit für die Antwort. Wo steht Deutschland in 5 Jahren?

    MZ: Die Luft ist kühl und es dunkelt, und ruhig fließt der Rhein;
    der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.

    JS: Herr Zander, wir danken Ihnen für das Gespräch.

    MZ: Nenn mich ruhig Mazda!

     

  • Heute möchte ich einmal ein paar Methoden in der Softwarentwicklung vorstellen, die ich seit Jahren erfolgreich verfolge. Leider sind viele der vorgestellten Methoden ziemlich unbekannt. Aber es existiert ja auch viel schlechte Software….

    Rabbit Prototyping

    Beim Rabbit Prototyping geht es darum, möglichst schnell Fortschritte zu erzielen und sei es nur für kurze Zeit. Die Fortschrittskurve, die dabei entsteht, könnte von einem hüpfenden Kaninchen stammen, daher der Name. Vorteile des Rabbit Prototypings: Die meiste Zeit geht es voran. Alle haben etwas zu tun. Kaninchen sind putzig.

    Bugfree Developement

    Viele Softwareteams führen komplizierte Methoden ein oder heuern gar weitere Teams an um Qualitätsicherung und ausgeklügelte Testverfahren zu implementieren. Dies ist alles nicht nötig. Mit Bugfree Development lässt sich eine Menge Geld sparen. Eigentlich braucht man die Entwickler nur zu bitten, ab sofort keine Bugs mehr zu produzieren. Oft reicht eine klare Ansage  um von den Vorteilen des Bugfree Developments zu profitieren. Wer einmal bugfree entwickelt hat, wird es nicht mehr missen wollen. Vieles ist einfach Einstellungssache!

    Deadly Standup

    Kleine Teams sind oft effektiver. Aber wie hält man das Team klein? Diese kompetitive Erweiterung zu Scrum wirkt Wunder: Die Teammitglieder stellen sich im Kreis auf. Wer zuletzt steht hat gewonnen. Beim Deadly Standup geht es ausnahmsweise einmal nicht darum die Arbeit jedes einzelnen zu erleichtern. Stattdessen sagen sich alle mal so richtig die Meinung. Da darf es auch ruhig mal persönlich werden. Wer will darf das Standup verlassen, ist aber dann der Looser.

  • Hab mir gerade bei den Nachbarn* ein Päckchen Nudeln geliehen. Unsere waren aus und im Laden gab es keine mehr.

    * bei allen Nachbarn. 😀