Heimatschutz?

Jugendliche für sieben freiwillige Monate bei der Truppe zu begeistern, um dadurch eine bürgernahe Armee zu bilden. Dieses Experiment startet heute.

Doch warum wird eigentlich nicht der umgekehrte Weg versucht? Soldaten für ein freiwilliges soziales Jahr zu begeistern und  gezielt Anreize dafür zu schaffen. Soziales Engagement könnte z.B. Voraussetzung für das Erreichen bestimmter Dienstgrade werden. Damit wäre auch jedem Rekruten klar: Hier kann ich nur was werden, wenn ich mich auch außerhalb der Armee engagiere. Dies könnte die Zusammensetzung der Truppe unter Umständen nachhaltiger verändern als der Freiwilligendienst.

Zusammen mit einem “sozialen Freitag” könnte dies ein Baustein sein, um unterschiedliche Bevölkerungsgruppen wieder zusammen zu bringen und durch eine positive Aufgabe zu verbinden. Der “soziale Freitag” funktioniert folgendermaßen: Alle Bürger sind aufgefordert an einem Tag der Woche, anstatt ihrem normalen Beruf nachzugehen, eine soziale Tätigkeit zu verrichten. Natürlich sollte dies auf freiwilliger Basis erfolgen und Verdienstausfälle müssten ohne Verlust ausgeglichen werden. Der Lohnausgleich könnte z.B. über den Arbeitgeber erfolgen und durch entsprechende Anreize so gestaltet werden, dass eine breite Akzeptanz für diese Art des Heimatschutzes auch bei den Arbeitgebern gefördert würde.

 

Probegefahren: Audi Q3

In der Ausstattungsklasse “advanced” bietet der neue Audi Q3 bereits für unter 45.000 Eur ein SUV im deutlich unteren Preissegment.

Der erste Fahreindruck ist – nun – gemütlich. In der etwas eng geratenen Kabine findet sich gerade noch genug Platz für unsere vierköpfige Familie. Längere Fahrten wollen wir in dem größenreduzierten Gefährt sicherlich nicht verbringen. Doch  das ist auch nicht nötig. Schließlich suchen wir ein nicht allzu protziges Zweitfahrzeug für den gelegentlichen Einkauf um die Ecke und um die Kinder zur Kita zu bringen.

Auf Motorleistung wollen wir  nicht verzichten und wählen für unser Testfahrzeug die Maximalausstattung mit Turbo. Ganz ehrlich?An dieser Stelle hätten die Audiingenieure ruhig noch eine Schippe drauflegen können. Das Getriebe fühlt sich stellenweise zu drahtig an und unser mit 200PS motorisiertes Vehikel entwickelt auch bei durchgetretenem Gaspedal keine echten Ambitionen nach Vorne. Bei einem kleineren Rennen von Ampel zu Ampel wurden wir von einem Minicooper mit Münchener Kennzeichen ausgestochen. Da hatten wir uns mehr erwartet. Sicher nichts was man erleben möchte wenn Kinder oder Ehefrau dabei sind.

Die eigentliche Bewährung muss unser Fahrzeug aber in der Parksituation beweisen. Da das legale Parken in Köln mittlerweile unmöglich geworden ist und wir keine Lust haben jeden Morgen mehr als 5m zu Fuß zu gehen, liegt unser Hauptaugenmerk auf Geländefähigkeit und Durchsetzungskraft. Ein direktes Anfahren des Kindergartens wurde mit Hilfe von Metallpollern verunmöglicht (warum?). Meine Frau hatte glücklicherweise den brillianten Einfall von einer angrenzenden Stichstraße aus unser Ziel über den Bürgersteig anzufahren. Mit angeschalteter Warnblinkanlage halte ich das Fahren auf dem Bürgersteig für eine akzeptable Regelwidrigkeit, die mir schon öfter nasse Füße erspart hat.

Die Bürgersteigkante hat es in sich. Doch hier macht sich die eigentliche Stärke des Q3 bemerkbar. Mühelos klettert der kleine Flitzer über die nahezu rechtwinklige Erhöhung und schert flüssig hinter einer Gruppe Erstklässlerinnen ein. Mit durchgetretener Kupplung bringen wir den Motor kurz in den oberen Drehzahlbereich und verschaffen uns so den nötigen Respekt und Platz. So stelle ich mir einen gelungenen Tagesbeginn vor. In der Kategorie Fußgängerweg erhält das Fahrzeug  10 von 10 Punkten! Hier gibt es rein gar nichts anzumäkeln.

Fazit

Der Q3 eignet sich gut für kleinere Fahrten in der Stadt. Trotz seiner filigranen Bauweise bietet er genug Bodenfreiheit um flüssig in den Fußgängerverkehr einzuscheren. Aus dem relativ klein geratenen Cockpit hat man gerade noch genügend Übersicht über den Verkehr. Aufgrund der geringen Motorleistung sollte man auf das direkte Kräftemessen an der Ampel verzichten. Sollen regelmäßig größere Strecken überwunden werden, empfiehlt es sich auf einen der größeren Geschwister auszuweichen. Ob der Q5 da schon ausreicht, muss jeder selber wissen. Wer auch auf der Autobahn dominieren will, sollte in jedem Fall einen unvoreingenommenen Blick auf Q7 oder Q9 werfen. In diesen Klassen lassen sich dann auch erheblich bessere Motorleistungen realisieren.

Der Leiermann

Drüben hinter’m Dorfe steht ein Leiermann,

und mit starren Fingern dreht er was er kann.

 

Baarfuss auf dem Eise wankt er hin und her,

und sein kleiner Teller bleibt ihm immer leer,

und sein kleiner Teller bleibt ihm immer leer,

 

Keiner mag ihn hören, keiner sieht ihn an,

und die Hunde knurren um den alten Mann.

Und er lässt es gehen alles wie es will,

dreht  und seine Leier steht ihm nimmer still.

 

Wunderlicher Alter, soll ich mit dir gehn?

Willst zu meinen Liedern deine Leier drehn?

 

(Wilhelm Müller)

Kurialien

Ein Schreiben kann auf gedoppelte Weise Anstoß verursachen: wann es entweder fehlerhafft, oder unanständig, oder beydes zugleich ist.


Friedrich Carl von Moser Abhandlung von Ahndung fehlerhaffter und unanständiger Schreiben

Allerdurchlauchtigster, Grossmächtigster König,…

… Allergnädigster König und Herr!

Die Empfindung der eigenen Unwürdigkeit und der Glanz des Thrones können meine Blödigkeit nicht so kleinmüthig machen, als die Gnade, die der allerhuldreichste Monarch über all seine Unterthanen mit gleicher Grossmuth verbreitet, mir Hoffnung einflösst: dass die Kühnheit, der ich mich unterwinde, nicht mit ungnädigen Augen werde angesehen werden. Ich lege hiemit in allerunterthänigster Ehrfurcht eine der geringsten Proben desjenigen Eifers zu  den Füssen Ew. Königl. Majestät, womit Höchst Dero Akademien durch die Aufmunterung und den Schutz ihres erleuchteten Souverains zur Nacheiferung anderer Nationen in den Wissenschaften angetrieben werden. Wie beglückt würde ich sein, wenn es gegenwärtigem Versuche gelingen möchte, den Bemühungen, womit der niedrigste und ehrfurchtsvollste Unterthan unausgesetzt bestrebt ist, sich dem Nutzen seines Vaterlandes einigermassen brauchbar zu machen, das allerhöchste Wohlgefallen seines Monrachen zu erwerben. Ich ersterbe in tiefster Devotion.

Ew. Königl. Majestät

allerunterthänigster Knecht,

der Verfasser

Königsberg

den 14. März 1755


Immanuel Kant: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie Des Himmels.

Heute im Radio. Martin Zander!

…..8.43 – 5.06.2020

Martin Zander im Gespräch

Martin Zander hat mit uns über die politischen Eckpunkte seiner Agenda gesprochen. Worum geht es? Zander ist Gegenwartsmensch. Direkt zu Anfang unseres Gesprächs macht er dies unmißverständlich klar. Eine Haltung, die ihm in der Vergangenheit oft Kritik eingebracht hat. Von einer Aufkündigung des Generationenvertrags ist die Rede. Andere warnen vor einer neuen Schlußstrichdebatte. Zander, der sich selbst gern als versponnener Intellektueller präsentiert und keine Kontroverse scheut, steht wissenschaftlichen Prognosen skeptisch gegenüber. Stattdessen schwebt ihm die Einführung einer neuen gesellschaftlichen Leitidee vor, die in seinen Ausführungen bisweilen Züge einer Staatsreligion annimmt. Erstaunlich konkret wird es, wenn Zander über eine Renaturierung ganzer Regionen spricht. In seinen Ausführungen scheinen auch Methoden des Terraforming nicht ausgeschlossen. Ob er hierfür auch seine Anhänger aus der Ökoszene begeistern kann bleibt abzuwarten.

Hören Sie nun das Interview in voller Länge. Es sprich Joe Steiner mit Martin Zander.

JS: Hallo Herr Zander, sie gelten als hoffnungsvoller Newcomer in der deutschen Politik. Können Sich sich kurz vorstellen?

MZ: Mein Name ist Martin. Martin Zander – wie die Forelle. Meine Freunde nennen mich Mazda.

JS: Gut, jetzt wissen wir wie Sie heißen. Können Sie unseren Hörer*Innen erklären wer Sie sind? Wer ist Martin Zander?

MZ: Das ist eine verdammt gute Frage. Ausgehend von der ersten Gewißheit, dem ‘cogito’ bin ich noch nicht viel weiter gekommen. Ich denke, dass es mir an kognitiver …. oder anders… Um hier zu einem letztgültigen Schluß zu gelangen….

JS: …ja, ja. Aber Sie sind doch im Augenblick in den Medien recht präsent. Mich würde interessieren, wie es dazu kam? Viele bezeichnen Sie schon jetzt als Kanzler der Herzen. Als Stimme einer neuen Generation. Was hat es damit auf sich?

MZ: Achso das. Ja also, ich habe mich eigentlich immer für Kunst interessiert. Das ziellose Verweilen, die Ästhetisierung des Augenblicks – im Grunde ist ja die Gegenwart umgeben von nichts. Die Gegenwart wiederum ist nur von kurzer Dauer. Nicht länger als ein Gedicht. Das ist sehr entscheidend.

JS: Schön, dann lassen Sie uns über die Zukunft reden. Als Politiker sind Sie auf die Prognosen von Experten angewiesen. Haben Experten zu viel Einfluß auf die Politik? Und was halten Sie von der Wissenschaftsskepsis, die sich besonders in den sozialen Medien in Form von teils kruden Kommentaren manifestiert?

MZ: In Deiner Frage stecken viele Vorannahmen, die vermutlich falsch sind. Ich weiß jetzt nicht wo anfangen… Zunächst zu Prognosen. Es gibt doch im Prinzip zwei Methoden Prognosen aufzustellen. 1. Mathematik 2. Religion. Eine mathematische Prognose basiert auf Modellen, die für gewiße Teilausschnitte der Realität Vorausberechnungen liefern sollen. Dies funktioniert gut für z.B. Planetenbahnen. Mit Religion meine ich kollektive Erzählungen, die es ermöglichen, z.B. gesellschaftliche Entwicklungen anzutreiben…

JS: Die Rolle die Sie der Religion zuweisen scheint mir doch recht neuartig zu sein. Können Sie dies etwas erläutern?

MZ: Es ist wie beim Malen. Du hast eine Idee und versuchst diese Idee dann umzusetzen. Du machst Versuche, Studien und erlernst neue Techniken. Der Vorgang verändert auch dich als Person. Das ist ganz natürlich. Das Ergebnis ist etwas neues. Nicht nur die antreibende Idee ist wichtig, sondern auch die Mittel, die wir zu ihrere Erreichung einsetzen. Die Technologien, die wir entwickeln….

JS: Letzte Frage, sie haben 30 Sekunden Zeit für die Antwort. Wo steht Deutschland in 5 Jahren?

MZ: Die Luft ist kühl und es dunkelt, und ruhig fließt der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.

JS: Herr Zander, wir danken Ihnen für das Gespräch.

MZ: Nenn mich ruhig Mazda!

 

Erfolgreiche Methoden in der Softwareentwicklung

Heute möchte ich einmal ein paar Methoden in der Softwarentwicklung vorstellen, die ich seit Jahren erfolgreich verfolge. Leider sind viele der vorgestellten Methoden ziemlich unbekannt. Aber es existiert ja auch viel schlechte Software….

Rabbit Prototyping

Beim Rabbit Prototyping geht es darum, möglichst schnell Fortschritte zu erzielen und sei es nur für kurze Zeit. Die Fortschrittskurve, die dabei entsteht, könnte von einem hüpfenden Kaninchen stammen, daher der Name. Vorteile des Rabbit Prototypings: Die meiste Zeit geht es voran. Alle haben etwas zu tun. Kaninchen sind putzig.

Bugfree Developement

Viele Softwareteams führen komplizierte Methoden ein oder heuern gar weitere Teams an um Qualitätsicherung und ausgeklügelte Testverfahren zu implementieren. Dies ist alles nicht nötig. Mit Bugfree Development lässt sich eine Menge Geld sparen. Eigentlich braucht man die Entwickler nur zu bitten, ab sofort keine Bugs mehr zu produzieren. Oft reicht eine klare Ansage  um von den Vorteilen des Bugfree Developments zu profitieren. Wer einmal bugfree entwickelt hat, wird es nicht mehr missen wollen. Vieles ist einfach Einstellungssache!

Deadly Standup

Kleine Teams sind oft effektiver. Aber wie hält man das Team klein? Diese kompetitive Erweiterung zu Scrum wirkt Wunder: Die Teammitglieder stellen sich im Kreis auf. Wer zuletzt steht hat gewonnen. Beim Deadly Standup geht es ausnahmsweise einmal nicht darum die Arbeit jedes einzelnen zu erleichtern. Stattdessen sagen sich alle mal so richtig die Meinung. Da darf es auch ruhig mal persönlich werden. Wer will darf das Standup verlassen, ist aber dann der Looser.

Zu Dreist?

Hab mir gerade bei den Nachbarn* ein Päckchen Nudeln geliehen. Unsere waren aus und im Laden gab es keine mehr.

* bei allen Nachbarn. 😀